Das Seminar „Tauchen für den Naturschutz“ am 1. und 2. August in Borken war schon Wochen vorher voll – und danach kamen weiter Anfragen. 13 Teilnehmende, vier Referentinnen und Referenten, zwei Seen, dazu ein Sommerwochenende mit Temperaturen, bei denen der Gang ins Wasser eher Belohnung als Überwindung war.

Der Samstag begann im Evangelischen Gemeindehaus in Gombeth mit dem theoretischen Teil: Seenökologie, FFH-Lebensraumtypen, Erfassungsbögen, Kohler-Skala, die Unterscheidung von Chara und Nitella. Wer schon einmal versucht hat, Armleuchteralgen zu bestimmen, kennt den Moment, in dem die Stirn sich in Falten legt. Diese Gesichter waren im Raum – und das ist ein gutes Zeichen. Wer nicht fragt, hat entweder alles verstanden oder gar nichts.

Taucher entnimmt über einer Unterwasserwiese eine Wasserprobe
Kartierung statt Sammeln: Probennahme über der Unterwasservegetation. Foto: Hans Jörg Kämmerer

Am Nachmittag ging es in die Stockelache. Dort zeigte sich, wofür der ganze Vormittag gut war: Bestände von Armleuchteralgen am Grund, dazwischen Fische, Muscheln, Kleinkrebse. Wir kartieren diesen See seit mehreren Jahren, und die Bestände sind stabil geblieben – trotz intensiver Freizeitnutzung in den Sommermonaten. Zurück am Ufer wurde ausgewertet, unter dem Binokular bestimmt und über strittige Funde diskutiert.

Der Sonntag führte in den Bergwerksee Gombeth. Dort empfingen uns gute Sichtverhältnisse und Unterwasserwiesen, die bis in 14 Meter Wassertiefe reichen – ein Bild, das man in hessischen Gewässern nicht oft zu sehen bekommt. Für die Teilnehmenden war es zugleich die Probe aufs Exempel: dieselbe Methodik, anderes Gewässer, andere Tiefen.

Was uns besonders freut: Mehrere Teilnehmende haben angekündigt, künftig im Team mitzuarbeiten. Genau dafür machen wir diese Seminare. Wer dazustoßen möchte, meldet sich einfach bei uns.

Unser Dank gilt der Stadt Borken und der Uniper GmbH für die freundliche Unterstützung und den Zugang zu den Gewässern sowie der Kirchengemeinde Gombeth für den Seminarraum.

Fotos: Hans Jörg Kämmerer (Unterwasser), Andrea Kosch (Gruppenbild)