Makrophytenfunde in hessischen Gewässern
Kreisgröße = Zahl dokumentierter Taxa
LRT 3140LRT 3150Zuordnung unklarOhne Angabe

Koordinaten und Funde: Flora-Masterdatei, Stand 02.09.2026. Hintergrund © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Seit 2017 untersuchen wir hessische Stillgewässer. Erfasst werden Wasserpflanzen, Armleuchteralgen und Wassermoose sowie auffällige Tierfunde.
Inzwischen liegen Daten aus 63 Gewässern vor. Dokumentiert wurden 95 Pflanzentaxa, darunter 21 Armleuchteralgen. In 48 Gewässern konnten Characeen nachgewiesen werden. Besonders bemerkenswert sind Funde mehrerer stark gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter Arten, beispielsweise Chara braunii im Erlensee bei Erlensee. Gleichzeitig wurden gebietsfremde Wasserpflanzen festgestellt, darunter die in der Europäischen Union als invasiv eingestufte Art Myriophyllum heterophyllum.

Auch die Tierwelt wird bei den Tauchgängen dokumentiert. Die ausgewerteten Unterlagen enthalten 434 faunistische Beobachtungen zu 59 Taxa oder Taxonkomplexen. Den größten Anteil bilden Muscheln mit 185 Nachweisen, gefolgt von Fischen mit 117 und Krebsen mit 85 Nachweisen. Hinzu kommen Schnecken, Süßwasserschwämme, Süßwasserquallen, Moostierchen, Kammmolch, Bufo Bufo u.a.. Neben heimischen Arten wurden auch gebietsfremde Tiere wie Kamberkrebs, Signalkrebs, Marmorkrebs, Chinesische Teichmuschel sowie Zebra- und Quaggamuschel festgestellt.


Die Ergebnisse zeigen die große biologische Vielfalt der untersuchten Seen, machen aber auch Belastungen sichtbar. Dazu gehören invasive Arten sowie Schäden an der Unterwasservegetation durch unangepassten Fischbesatz und gründelnde Fische. Da Auswahl und Untersuchungsintensität der Gewässer unterschiedlich sind, handelt es sich nicht um eine flächendeckende Bewertung aller hessischen Seen. Die fortlaufende Dokumentation liefert jedoch wertvolle Grundlagen für Naturschutz, Wiederholungsuntersuchungen und die frühzeitige Erkennung ökologischer Veränderungen.