Am Dienstagabend, 4. August 2026, waren drei Teams unserer Landesarbeitsgemeinschaft im Königsee bei Zellhausen unterwegs. Der knapp 15 Hektar große ehemalige Kiessee liegt in einer alten Flussniederung des Mains, gehört zur Mainhäuser Seenplatte und ist im Sommer Badesee mit Sandstrand, Nichtschwimmerbereich und Badeinseln. Mit rund 14,5 Metern maximaler Tiefe und einer mittleren Tiefe von etwa 6,5 Metern baut er im Sommer eine stabile Temperaturschichtung auf. Eine Belüftungsanlage, die dem Sauerstoffdefizit in der Tiefenzone entgegenwirken sollte, ist seit 2013 außer Betrieb.

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Wir haben das südliche, östliche und nördliche Ufer entlang von drei Transekten betaucht. Die Sicht unter Wasser war mit rund drei Metern gut. Das Bild, das sich dabei ergab, ist ein anderes als in den nordhessischen Bergbaufolgeseen: Unterseeische Wiesen fanden wir keine. Über weite Strecken dominiert das Raue Hornblatt (Ceratophyllum demersum), eine Art, die mit Nährstoffbelastung gut zurechtkommt. Armleuchteralgen traten nur sporadisch und in geringen Stückzahlen auf – nachgewiesen wurden unter anderem Chara contraria, Chara globularis, Chara vulgaris und Nitellopsis obtusa.

Die untere Makrophytengrenze lag in weiten Teilen bei etwa vier bis fünf Metern, einzelne Pflanzen reichten bis in sieben Meter Tiefe. Die Ufer sind überwiegend steil, ausgeprägte Wühlschäden am Sediment fanden wir nur in geringem Umfang. Nach dem Tauchgang wurden die Aufsammlungen an Land in der Fotoschale sortiert und bestimmt – erst dort lässt sich sicher trennen, was unter Wasser nur als grüner Filz erscheint.

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Auffällig war der Fischbestand: Am Nordufer standen zahlreiche große Karpfen (Cyprinus carpio). Insgesamt konnten wir acht Fischarten beobachten, darunter Hecht, Zander, Wels, Flussbarsch und Graskarpfen.

Bei den Muscheln zeigt sich das inzwischen für die Mainaue typische Bild: Wandermuschel (Dreissena polymorpha) und Körbchenmuschel (Corbicula fluminea) waren in allen Transekten präsent, daneben fanden sich Große Teichmuschel (Anodonta cygnea) und Malermuschel (Unio pictorum). Auch der Kamberkrebs (Faxonius limosus) ist im See vertreten. Auf Totholz siedeln stellenweise dichte Moostierchenkolonien – ein Bewuchs, der Filtrierleistung erbringt und zugleich Kleinlebewesen Deckung bietet.

Moostierchenkolonien auf Totholz. Foto: Helmut Müller

Am Ufer liegen bepflanzte Schwimminseln, die zum Schutz vor Verbiss mit Netzen abgedeckt sind. Solche Strukturen schaffen Deckung für Jungfische und Ansatzpunkte für Uferbewuchs, wo das Ufer selbst steil abfällt.

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Die Daten fließen in unsere Fundlisten ein und werden im nächsten Teamtreffen abgestimmt. Danke an die drei Teams, die den Dienstagabend im Wasser verbracht haben, und an den Angelsportverein „Petri Heil“ für die gute Einweisung und Unterstützung.